Sind Kreuzfahrten gefährtlich?
Posted in Allgemein on 03/26/2012 01:09 pm by adminSeit der Havarie der Costa Concordia vor der Küste Italiens, sind einige Reisende verunsichert und fragen sich: Wie sicher sind Kreuzfahrten heutzutage eigentlich?
Prinzipiell geschehen sehr wenig Unglücke, in welche Kreuzfahrtschiffe verwickelt sind, da hier die Sicherheitsstandards vergleichsweise hoch sind. Generell sind die Mindeststandards für Sicherheit durch die “International Convention for the Safety of Life at Sea” (SOLAS) definiert, welche im Anschluss an das Titanic-Unglück ins Leben gerufen wurden. Die aktuelle Version der SOLAS wurde 1974 definiert und mit zusätzlichen Novellierungen an aktuelle Gegebenheiten angepasst. Wichtig ist aber zu bemerken, dass die SOLAS alleine Mindeststandards vorgibt. Die meisten Betreiber von Kreuzfahrtschiffen formulieren eigene, weiter reichende Sicherheitsrichtlinien vor. So änderten zum Beispiel einige Reedereien im Anschluss an die Havarie der Costa Concordia Ihre Sicherheitsbestimmungen. Bei TUI Cruises und Aida werden nun Seenotrettungsübungen schon direkt vor dem Auslaufen aus dem Hafen durchgeführt.
Der Tenor ist weltweit derselbe: Prinzipiell sind die Schiffe der grossen Reedereien sicher. Es kann aber nicht schaden, wenn Sie sich bei Zweifeln im Vorfeld zusätzlich informieren. Wichtig sind insbesondere folgende Punkte:
Gibt es genug Rettungsboote für die Passagiere?
Ist die Schiffscrew adäquat auf Notfälle vorbereitet?
Welche Navigationsmittel (wie Radargeräte, Echolote, elektronische Seekarten, Satellitennavigation) stehen dem Kapitän zur Verfügung?
Welche Route wird gewählt? Führt die Kreuzfahrt durch gefährliche Gewässer (wie z.B. den Golf von Aden)?
Wer ist der Sicherheitsbeauftragte an Bord? Kontaktieren Sie diesen im Falle von Zweifeln.
Die Hilfsmittel zur Navigation sind gerade bei neuen Kreuzfahrtschiffen in der Regel auf dem neuesten Stand der Technik. Damit kann ein Kapitän beispielsweise den Meeresboden zentimetergenau ausmessen. Die Seekarten sind – gerade wenn sie elektronisch sind – in der Regel auf dem neuesten Stand und wenn sich die Crew an die vorgegebenen Routen hält, tauchen kaum Schwierigkeiten auf.
Wenn Sie beim Antritt Ihrer Reise vorsorgen und sich für mögliche Notfälle vorbereiten wollen, empfehlen wir Ihnen, die Sicherheitsinformationen Ihres Schiffes eingehend zu studieren. Studieren Sie insbesondere die Evakuierungspläne und gehen Sie vielleicht schon mal den Weg zu den Notfallpunkten ab damit Sie im Ernstfall bereits informiert sind, was zu tun ist und wohin Sie gehen müssen. Normal ist in der Regel ohnehin, dass zu Antritt der Kreuzfahrt eine Notfallübung durchgeführt wird, bei welcher der Weg zu den Rettungsbooten durchgespielt wird. Es ist sogar gesetzlich vorgeschrieben, dass dies innerhalb der ersten 24 Stunden der Kreuzfahrt stattfindet.
Gut zu wissen ist zudem: Im Falle eines Notfalles ertönt das Alarmsignal, das aus sieben kurzen Tönen und einem langen Ton besteht. Wenn Sie dieses hören, gilt es also den Anweisungen der Crew Folge zu leisten und sich zu den vorgegebenen Sicherheitspunkten, beziehungsweise den Rettungsbooten zu begeben.
Solange Sie sich die wichtigsten Punkte vor Augen halten und einen Anbieter wählen, welchem die Sicherheitsstandards der Reedereien wichtig sind, können Sie ohne Bedenken Ihre Kreuzfahrt buchen. Sie haben dabei ja auch die Möglichkeit, aus zahlreichen Routen, Anbietern und Schiffsgrössen auszuwählen. So sind zum Beispiel Riesenschiffe wie die Megaliner von Voyage Class nicht jederfraus und jedermanns Sache. Einige bevorzugen die kleineren Schiffe, wie sie auf Donaukreuzfahrten zum Einsatz kommen. Auch auf der Hurtigruten in Norwegen sind in der Regel Schiffe im Einsatz, welche etwas übersichtlicher sind, als die üblichen Dampfer, welche die ganze Welt umrunden.